Regionen

Fehlende Bundesländer


Derzeit werden noch nicht alle Bundesländer in der genauen Bundesland-Darstellung unter www.moose-deutschland.de angezeigt. Woran liegt das?
Antwort: An den fehlenden Mitarbeitern und an der fehlenden Finanzierung.

Erklärung:
Wir versuchen seit dem Jahr 2008 intensiv durch Gespräche mit Bryologen und Kontakt zu den Behörden Kollegen zu finden, die sich für ihr Bundesland verantwortlich zeichnen wollen und diese mit neuen Daten pflegen. Parallel dazu versuchen wir immer das thüringische und bayerische Modell zu bewerben, bei dem die Kartierer, das Amt und die Zentralstelle intensiv zusammenarbeiten.


Das Finanzierungsmodell

1) Regionalstellenleiter

Ein Moos-Spezialist aus dem Bundesland X muss gefunden werden. Er erklärt sich bereit der "Regionalstellenleiter" für das Bundesland zu werden.
Er muss ...

  • Kontakt zu allen ehrenamtlichen Kollegen haben und ihr Vertrauen genießen
  • umfassende Kenntnisse über die Organismengruppe haben
  • sich mit dem Computer auskennen
  • Organisationsgeschickt haben
  • zuverlässig und kommunikativ arbeiten können

2) Werkvertag mit dem Amt

Die Zentralstelle Deutschland bemüht sich darum, dass das Amt für Umweltschutz (des Bundeslandes X) mit dem Regionalstellenleiter einen Werkvertrag abschließt, z. B.  über die Lieferung von 5000 neuen Datensätzen zu Moosen aus dem Bundesland im Jahr. Außerdem wird vereinbart, dass die Daten unter www.moose-deutschland.de dargestellt werden. Diese Daten sammelt der Regionalstellenleiter bei seinen Kollegen im Land ein über das Jahr. Am Jahresende liefert er die Daten beim Amt ab (in der ausgemachten digitalen Form) und erhält seine Werkvertragmittel dafür. Alle Daten läd er auch auf die Internetseite www.moose-deutschland.de hoch, so dass sie für alle Kartierer und das Amt sichtbar sind.

3) Bezahlung

Mit den Mitteln des Umweltamtes kann bezahlt der Regionalstellenleiter

  • Digitalisierungen von nicht ausgewerteten Herbarien
  • Abschreiben von Literaturstellen
  • Aufwändungen bei der Organisation von Kartierungstreffen
  • und die Zentralstelle, die einen fest ausgemachten Betrag für die Infrastruktur der Internetseite (Server-, Programmierungskosten etc.) bekommt.

Auf der Startseite des Bundeslandes wird dann auch das Logo des Umweltamtes angezeigt.

Auf diese Weise haben alle Beteiligten einen Vorteil von der Zusammenarbeit.

  • Die Kartierer können Mittel bekommen für ihre Arbeiten
  • Das Amt bekommt neue Daten
  • Die Zentralstelle verteilt die Kosten für die Internetseiten auf mehrere Schultern



Geschichte der Internetseite

Oft werden wir gefragt, wie die Internetseite zustande gekommen ist. Hier ein kurzer Abriss, der auch veröffentlicht wurde (s. Literaturzitat unten).

Mit dem Auslaufen des Kryptogamenprojekts BayFlora-Kryptogamen (2003-2012 in Bayern), stellte sich die Frage für den Projektkoordinator Dr. Oliver Dürhammer, wie die aufgebauten Strukturen für die Kryptogamen in Bayern weiter betreut und finanziert werden können. Die Infrastruktur zur Sammlung der Daten der ehrenamtlich tätigen Botaniker waren geschaffen und die interaktiven Internetauftritte waren funktionsfähig und standen online (http://www.moose-deutschland.de seit dem Jahr 2008, http://www.flechten-deutschland.de seit 2009 und http://www.pilze-deutschland.de seit 2012, s. Dürhammer 2012).

Damit die geschaffenen Strukturen nicht mit dem Projektende verloren gingen, ließ der Autor die für Bayern bezahlten Programmierungen für ganz Deutschland ausbauen, so dass schon während der laufenden Projektphase an die Zukunft der geleisteten Arbeiten gedacht wurde. Als Name für die Organisation wurde „Zentralstelle-Deutschland“ gewählt, in Anlehnung an die aufgelöste „Zentralstelle für die floristische Kartierung“, die am Lehrstuhl für Botanik in Regensburg lange Jahre existierte. Die Datenlage der Moose ist für ganz Deutschland durch die Arbeiten von Meinunger & Schröder (2007) vorhanden, so dass hier jedes Bundesland eine eigene Ansicht ihrer Daten bekommen könnte. Ein Überblick über die Gesamtdeutsche Verbreitung der Arten war möglich geworden. Die Seite www.moose-deutschland.de wurde allen Benutzern konstenfrei angeboten, die Kosten werden bis heute vom Autor getragen.

Der Erfolg der Seiten ist erstaunlich. Mit den Möglichkeiten von Google-Analytics kann man heute zeigen, dass alle Universitäten und die meisten Ämter im Land regelmäßig auf die dargestellten Inhalte zugreifen (Aus weiteren 15 Ländern der Erde sind regelmäßige Zugriffe verzeichnet). Im Jahr 2008 war Deutschland damit eines der ersten Länder, das die Moosverbreitung dargestellt hat.

Die Pflegemöglichkeit der Daten wurde bislang von den Bryologen der Bundesländer Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg genutzt. In Bayern und Thüringen besteht seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit den Ämtern und den ehrenamtlichen Bryologen. Hier profitieren alle Seiten von der Zusammenarbeit. Diese Modell sollte Schule machen, damit die Angebote der Seite auch weiter ausgebaut werden können.

Darstellung von Kartierprojekten

Die Zentralstelle bemüht sich auch für kleinflächigere Kartierprojekte eine ansprechende Darstellung der Verbreitungsdaten anzubieten. So gibt es in Bayern das Projekt von Herrn Reimann im Allgäu, das eine eigene Internetseite bekommen konnte: http://allgaeu.moose-deutschland.de. Bei den Pilzen in Bayern gibt es ein ähnliches Beispiel mit dem EU-Projekt "Pilze der Ammerseeregion" (s. unter http://www.pilze-ammersee.de). Auch hier wurden die geschaffenen Strukturen nur für das Projekt umprogrammiert. Die Finanzierung wurde einmal über eine Spende und beim Pillzprojekt über die EU finanziert.


Wir würden uns freuen, wenn wir im Sinne der Bryologie in Deutschland mit noch mehr Bundesländern eng zusammenarbeiten könnten.

Ihr Moose-Deutschland-Team



Literatur:

Dürhammer, O. (2012): Das Projekt BayFlora-Kryptogamen (2003–2012) und die Weiterführung der Kryptogamen-Erhebung in Bayern.

Nachrichten in Hoppea, Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 73: 199-202.

Meinunger, L. & Schröder, W. (2007): Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands. - Herausgegeben von O. Dürhammer für die Regensburgische Botanische Gesellschaft, 3 Bd. 2044 S., Regensburg.



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Zentralstelle Deutschland
Dienstleistungszentrum für die Darstellung biologischer Daten im Internet

Inh.: Dr. Oliver Dürhammer
Am Schlagteil 23, Großberg, D-93080 Pentling
Tel.: 09405/5009250
Mobil: 0160/99461965
E-Mail: info@zentralstelle-deutschland.de

Internetseiten:
http://www.moose-deutschland.de (seit 2008)
http://www.flechten-deutschland.de (seit 2009)
http://www.pilze-deutschland.de (seit 2012)
http://www.pilze-ammersee.de (seit 2014)

IT-Abteilung:
Kinetiqa GmbH, Regensburg
http://www.kinetiqa.de